Ein paar Worte

Mittwoch 4.Juli, ich rufe Jens Zemke an,daß ich unterweg bin zu ihm für die Girodonne. Dann sagte er: Hast du es von Liane gehört? Ich frage was er meint.
...................
In diesem Moment steht meine Welt still. Wieso? Was? Das konnte nicht wahr sein! Ich hatte mit Liane noch über den Giro gesprochen. Wir wollten nach der letzten Etappe noch Eis essen gehen. Das kann nicht wahr sein.

Die Wochen vergehen schnell. Ich hatte einige male mit Bettina telefoniert. Aber es bleibt Leere in mir. Ich denke viel an die letzten Jahre.
Ich hatte Liane 2002 kennengelernt. Sie war damals noch Gastfahrin bei uns (Equipe Nürnberger) in der Tour Feminin.

3 ganze Jahre war sie bei uns in der Mannschaft. Für mich war vor allem das letzte Jahr besonders. Liane war viel bei mir für die Rennen. Immer freundlich, nett, lachend und wir haben viel Spass gehabt.

Bettina, Micha, Marcel, Oma, Thomas, Katja, Torsten und auch nicht zu vergessen Basko: Die Sonne geht jeden Tag wieder auf, aber der Schmerz bleibt... Bis bald!

Gerben Maurix


Giro d'Italia Femminile
Pucinskaite widmet ihren Sieg der toten Liane Bahler

15.07.2007 - Seregno (dpa/Ra) - Die Litauerin Edita Pucinskaite (Equipe Nürnberger) hat beim 18. Giro d`Italia der Frauen den Gesamtsieg eingefahren und damit ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholt.

Den Grundstein hatte die 31-Jährige mit Siegen in beiden Zeitfahren, im Prolog und am Berg gelegt. Zweite in der Gesamtwertung wurde Nicole Brändli (Schweiz) vor Maribel Moreno Allue (Spanien). «Danke an die Mädels. Das war eine super Leistung», freute sich die Gesamtsiegerin. «Ich hatte in jeder Rennsituation eine Fahrerin an meiner Seite. Es ist ein tolles Gefühl in dieser Equipe fahren zu dürfen», fügte sie hinzu.

Den Erfolg auf der achten und letzten Etappe über 106,4 Kilometer rund um Seregno sicherte sich die Russin Swetlana Bubnenkowa. Sie widmete ihren Erfolg ihrer kürzlich verunglückten Teamgefährtin Liane Bahler. Die Thüringerin war bei einem Autounfall auf dem Weg zum Giro ums Leben gekommen. In Erinnerung an ihr ehemaliges Mitglied trug auch die Equipe Nürnberger in Italien Trauerflor.

Auch das Bonner T-Mobile Team hatte während der Giro-Woche für Schlagzeilen gesorgt und sicherte sich drei Etappensiege. Ina-Yoko Teutenberg (Düsseldorf) setzte sich zwei Mal im Massenspurt durch, Judith Arndt (Leipzig) gewann den sechsten Tagesabschnitt und belegte am Ende Platz sieben in der Gesamtwertung.


Auf einmal!
Das vertraute Haus so fremd!
Felsenschwer lastet die Stille in allen Räumen. Verwaist die Dinge, die Du so oft in Deiner Hand gehalten hast. Dein Mantel hängt noch da, als seist Du nur für einen Augenblick hinausgegangen! Es ist dunkel ohne Dich!

In ewiger Erinnerung - Dein Micha


Für meine kleine Ani!

Könnte ich doch
den Himmel
in Bewegung bringen
und alle Engel dazu beflügeln,
dich zu behüten,
damit keine dunkle Macht der Welt
dir etwas anhaben kann.
Wären mir doch bisweilen selbst
Flügel gewachsen,
dann könnte ich mich unentdeckt
unter die himmlischen Heerscharen
mischen,
um dich mit der Zartheit
eines Engels zu berühren
und ein Auge auf dich zu haben,
ein Auge der Liebe.

Dein großes Schwesterchen Katja!


Tiefe
Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren.
"Johann Wolfgang von Goethe"

Katrin, deine Cousine


Fahrerinnen werden an Liane denken
Im vegangenen Jahr gewann Liane Bahler bei der Thüringen-Rundfahrt das Weiße Sprinttrikot als beste Sprinterin des Feldes.Sie war aber nicht nur erfolgreich, sondern zählte bei den bisherigen Rundfahrten zu den sympathischsten Fahrerinnen der Tour, fuhr für das Team Equipe Nürnberger und zuletzt für die italienische Mannschaft Fenixs. Sie freute sich schon auf die diesjährige Thüringen-Rundfahrt, wo sie das "Weiße" verteidigen wollte. Leider verstarb Liane Bahler vor wenigen Tagen nach einem schweren Verkehrsunfall. Die Fahrerinnen werden an sie denken!

TA / Sonderausgabe zur Thüringen-Rundfahrt Montag, 23.07.2007


Licht
Ich glaube, dass wenn der Tod
unsere Augen schließt,
wir in einem Lichte stehen,
von welchem unser Sonnenlicht
nur ein Schatten ist.
(Arthur Schopenhauer)

Jana, deine Cousine

Mond und Sterne
Wenn man auch allen Sonnenschein wegstreicht,
so gibt es doch noch
den Mond und die hübschen Sterne
und die Lampe am Winterabend.
Es ist so viel schönes Licht auf der Welt.
"Wilhelm Raabe"

Deine Tante Heidrun


Liebe Liane

Als ich von Deinem schrecklichen Unfall erfahren habe, ist die Zeit stehen geblieben. Zu kurz waren die Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden erst her. Dein Lachen, mit dem Du mich im Hotel begrüßt hast, ist mir noch direkt vor Augen. Unglaubliche Leere tut sich vor mir auf. Nie wieder mit dir zusammen Rennen fahren? Nie wieder mit Dir zusammen rumalbern? Ich kann es gar nicht glauben...

Mein schönstes Erlebnis auf Mallorca habe ich mit dir zusammen erlebt. Ich werde Dich nie vergessen! Danke, dass ich Dich kennen lernen durfte und so viele schöne Stunden mit dir verbringen konnte!

Deine Alex
(Alexandra Sontheimer)


Hallo Marcel,

Es gibt Momente im Leben die schwer sind, keine Worte können und sollen solche schwierige Momente leichter machen. Aber die Prozesse die dadurch angeregt werden helfen einem über das schwerste hinweg. Dies ist das was ich Dir, den Eltern und Bekannten von Liane mit auf den Weg geben will.

Ich bin Liane das erste Mal in der Drenthe als Team-mate begegnet. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie eine Fahrerin wie es deren Hunderte gibt. Wie jeder Mensch kannte sie Höhen und Tiefen. In meiner Überzugung muss ein Masseur oder Sportlicher Leiter diese Situationen erkennen und sich diesen stellen! Ich hatte seit dieser Zeit oft die Gelegenheit mich mit Liane zu unterhalten, sei es auf der Massagebank sei es am Telefon! Für mich gehörte sie zu den Menschen die immer hilfsbereit waren, keine Starallüren hatte und vor allem sehr bescheiden war! Trotzdem war sie eine sehr gute Fahrerin, die, wie viele oft zu viel mit dem Kopf und nicht dem Bauch im Rennen dachte, dies habe ich ihr öfters in den Rennen gesagt und sie hatte die Fähigkeit diese Worte anzunehmen und aus den Fehler zu lernen.

Ich habe ihre Stimme noch immer in den Ohren als ich ihr mitteilte dass Suzie in Luxemburg die Meisterschaft gewonnen hatte - die Freude, die Ausgelassenheit war grandios. Tags später die Trauer dass es bei ihr nicht so gut gelaufen war. Und an dem Vortag ihres Todes die Freude als ich ihr eröffnete dass Suzie und ich gemeinsam zum Giro kommen sollten....

Dann das Gespräch mit Andrea der mir von ihrem schrecklichen Unfall erzählte ... und die SMS von Jodo von ihrem Tode.

Suzie und ich sassen in einer Pizzeria beim Essen. Alle beide waren vom Schlage getroffen und heulten vor uns hin. Wieso sie... Wieso jetzt... Was nun ???

Ich hoffe dass diese Worte Dir Mut geben diesen schweren Schlag zu überwinden. Man sollte, wenn es auch nicht einfach ist viel und häufig über sie, ihren Sport aber auch den Unfall und ihren Tod sprechen. Das wird Dir weiterhelfen.

Suzie und ich werden Dich, so weit wie wir das können, unterstützen.

Sie war für uns beide in sehr kurzer Zeit eine FREUNDIN geworden die wir NIE vergessen werden.

Auch ich danke Dir sehr für Deine Worte an Suzie.

Bis, hoffentlich bald

Suzie und Marc


Wo Worte fehlen,
das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo die Augen versagen,
das Unabwendbare zu sehen,
wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt einzig die Gewissheit
dass du für immer in unseren Augen weiterleben wirst.

Viele liebe Grüße von Familie Schönemann,
möge Gott euch Kraft und Lebensenergie schenken.

Maria Schönemann


Meine liebe Liane,

heute ist der Unfall schon fast 6 Wochen her....6 Wochen und an jedem einzelnen Tag bin ich mit Gedanken an dich aufgestanden und zu Bett gegangen. Was mir für Erinnerungen durch den Kopf gegangen sind, wie viele Tränen ich geweint, wie viele Momente ich durchlebte in denen es nur dich gab. Ganz unscheinbar bist du in mein Leben getreten, dass ich heute gar nicht mehr sagen kann, wann wir unsere ersten Worte gewechselt haben. Für mich warst du immer verrückt. Einfach nur verrückt, wie viel Energie du in deinen Sport gesteckt hast, für mich immer unbegreiflich. Nun durfte ich mich zu den wenigen Menschen zählen, die dich näher kennenlernen durften. Die Liane , die ernsthaft an ihre Zukunft dachte und offen über ihre Vergangenheit redete....und die Liane, die mit ihrer manchmal frechen Gelassenheit und manchmal tief berührt und glücklich von ihrem „Mann“ erzählte. Ich kenne dich seit gut einem Jahr persönlich und ich hab dich bis auf 2, 3 kleinere Ausnahmen, ausschließlich lachend gesehen. Tiefe Grübchen machten sich dann breit in deinem Gesicht, deine Augen verschwanden fast und deine Zähne strahlten. Wenn ich einen Menschen bestimmen dürfte, der das herzlichste Lächeln trägt, dann wärst schon immer du meine erste Wahl gewesen. Ich weiß nicht viel aber ich glaube, dass so ein Lächeln nur aus einem tiefen, großen und guten Herzen kommen kann. Wie tief und groß es wirklich ist, das haben mir deine Familie mit Marcel, bei denen ich so herzlich willkommen bin, verdeutlicht. Geschichten, die ich nicht kannte, Eigenschaften von denen ich nichts wusste....du bist mir so viel näher durch die Zeit, die ich mit deiner Familie verbracht habe. Von Wort zu Wort, sei es von Bettina oder Marcel, stieg mein Ansehen, mein Respekt vor dir. Du hast sehr viel in mir verändert, dein Ehrgeiz und deine Leidenschaft sind mir Vorbild geworden. Ich fühle mich dir sehr nahe, eng verbunden. Du hast meine bisher so streng wissenschaftlichen Sichtweisen über das Dasein komplett über den Haufen geworfen. Durch dich glaube ich an viel mehr. An mehr als nur an das, was man sehen und beweisen kann. Du hast in gewisser Weise Magie und Schicksal in mein Leben gebracht.

Wenn ich auf einer saftig grünen Wiese liege und in den weiten sanftblauen Himmel schaue und mir bewusst wird, welch wunderschöne und intensive Dinge ich durch meine Augen sehen kann....oder wenn ich einen Liebes- oder Familienfilm sehe und weinen muss weil manche Szenen mir so ans Herz gehen und ich mir heimlich denke, dass ich vielleicht irgendwann einmal Genausoetwas erleben kann, glücklich verheiratet bin, eine Familie gründe, so viele Sachen die man sich vornimmt. So oft, dass man sich seine Zukunft ausmalt mit den schönsten Farben die man finden kann....Vorfreude kommt auf und Kraft, dass alles anzugehen. Du hast genau wie ich gemalt, ich durfte dir zuhören wie du maltest und zusehen was dabei in deinem Gesicht vor sich ging. Große Augen – viel Platz in die Zukunft zu sehen. Und genau das ist es was mir dann mein Herz in 1000 Stücke zerspringen lässt...weil ich weiß, dass du nicht mehr dieses saftige Grün, das weite Blau sehen kannst, keinen warmen Wind mehr in deinem Gesicht spüren kannst, und auch keine Küsse und Streicheleinheiten mehr genießen kannst....genau das macht mich unsagbar traurig, weil ich dir das aus tiefstem ehrlichen Herzen so gönnen würde. Ich weine, weil der Schmerz über meine Machtlosigkeit dann so groß wird und weil du es doch so verdient hättest....ungerecht kommt mir dann alles vor. Warum darfst du es nicht mehr erleben? Aber vielleicht ist diese Frage auch nicht die Wichtigste von allen. Vielleicht ist die wichtige Frage, wie sehr lässt man den Glauben zu, dass Du nicht völlig von uns gegangen bist, dass du in welcher Art und Weise auch immer noch bei uns bist? Bei mir ist es soweit, dass ich es sogar sosehr glaube, dass ich es weiß! Ich weiß, dass ein so kraftvolles, gutes Herz nicht einfach so verschwindet......die Energie, die Leidenschaft die ist körperlos....und wenn der Körper stirbt so bleiben Energie und Leidenschaft und die Liebe. Liane, was glaubst du wie sehr dich manche Menschen geliebt haben, wie unsagbar du uns fehlst. Dein Tod hat mir einen tiefen Riss ins Herz gezogen, den werde ich niemals überwinden. Aber du hilfst mir dabei, in meinem Leben weiter den blauen Himmel so schön, noch schöner zu finden. Ich möchte dir heute und hier meinen größten Dank aussprechen, für all die Dinge die du mir geschenkt hast und immer noch schenkst.
Ich kann nicht begreifen , dass du tot bist, weil du in meinem Herzen lebst....deswegen muss ich auch nichts begreifen. Es gibt noch soviel was ich dir sagen will.
Dankeschön an Bettina, Marcel, Thomas, Katja und Torsten, dass Ihr diese Möglichkeit geschaffen habt....diese schöne Seite. Ich werde sie nutzen, weil ich auch euch noch viel zu sagen habe. Ich möchte euch danken, dass ihr so liebe Menschen seid und Liane euch hatte. In diesem Sinne verbleibe ich mit den Worten Jo Coudert´s:

Lieben bedeutet, sich in die Hand des Schicksals zu begeben.

Nina Köhn


"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,

wird es dir sein, als lachten alle Sterne,

weil ich auf einem von ihnen wohne,

weil ich auf einem von ihnen lache.

Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!"


Von Antoine de Saint-Exupéry (aus Der kleine Prinz)

Mein herzliches Beileid
Lange habe ich nach den passenden Worten gesucht, nach einem passenden Gedicht... doch wie man es auch formulieren mag, es kann nicht annähernd das ausdrücken was man fühlt. Kurz habe ich überlegt, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, da ich nur kurz mit Liane zusammen in der Schule war! (1. bis 3. Klasse) Doch ich erinnere mich immer gern zurück an die Zeit! Schade, das man sich nicht früher einmal wieder getroffen hat. Als ich in der Zeitung von der schlimmen Nachricht laß, konnte ich es kaum fassen... Ich wünsche Lianes Familie ganz viel Kraft um gemeinsam durch diese schwere Zeit zu gehen! Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen- so schwer es auch sein mag, es verbindet und stärkt unwahrscheinlich!

Alles Liebe und Gute, Daniela
(Daniela Curth)


Was ist das Leben? Ist es ein Wasser, das zwischen den gemauerten Ufern dahin strömt? Nein, dass ist es gewiss nicht, weder in deinem noch in meinem oder wessen Leben auch immer. Manchmal kommt es einem so vor, als treffe man auf unüberwindbare Schleusen, die einem aus der Bahn werfen wollen oder zumindest alles tun, um den eigenen Weg zu hemmen. Ein Sturz oder ein Raddefekt in einer scheinbar wichtigen Rennsituation ist eine dieser Schleusen.

Für mich ist das Leben vielmehr ein gurgelndes Wasser. Dabei sitzen wir in einem winzigen Reisignest genau darüber. Jede kommende und größere Welle kann uns dabei sofort erfassen und weiter tragen. Sie wird uns aber niemals vernichten. Genau wie das Wasser des Lebens kennt auch unser kleines Reisignest keine Ruhe. Selbst wenn es ergriffen und weggerissen wurde, bekommt es ein neues Plätzchen vom gurgelndem Wasser zugewiesen. Natürlich ist es für das ganze Umfeld unseres Nestchens ein riesiger Verlust, aber ab jetzt gilt es von den Erinnerungen zu leben. Jedes fröhliche Zwitschern in unseren Gedanken wird genau so behutsam bewahrt wie manch aufreibendes Werkeln am Nest.

Es ist sehr wichtig und notwendig sich immer wieder zu offenbaren, da es nur ein wahres Gesetz gibt … Das Gesetz der Liebe. Dieses Gesetz gilt sowohl im Hier und Jetzt, wie auch im Morgen und darüber hinaus.

Warum ist es denn die Liebe die alles prägt? Die Liebe kennt keine Grenzen. Weder Religionen noch Kontinente können sie stoppen. Die Liebe scheint größer als jede Naturgewalt, jede noch so finstere Vergangenheit, die Liebe übersteht alles. Selbst die Grenze der Grenzen, die Linie zwischen Leben und Tod überschreitet die Liebe lachend und ohne nur im Ansatz aufgehalten zu werden. Genau diese unbeschreibliche Kraft der Liebe ist es, die uns alle verbindet.

Deine Dich unendlich liebende Mama fühlt Dich genauso intensiv wie Dein Dich vergötternder Marcel. Katja und Thomas genauso wie Micha und Oma. Wir alle vermissen Deine körperliche Anwesenheit. Aber wir alle spüren mit jedem Atemzug die Liebe, die uns alle mit Dir verbindet. Gewiss wurde Dein kleines Nest unerwartet weggerissen, aber wir wissen auch, dass Du nicht wirklich von uns gegangen bist. Genau wie das Wasser seinen Weg geht, geht das Leben den seinen.

Wenn Gott es war, der uns auf die Erde gesandt hat, genau dann sind wir vergleichbar mit dem Wasser. Es ist nur möglich etwas zu senden was schon da ist. Und genau dies sollte uns den Tod an sich akzeptieren lassen. Der Tod ist keineswegs das Ende vom Leben. Der Tod ist schlicht nur eine kleine Welle, die das kleine Nest auf dem gurgelnden Wasser weiter treibt.

Liebe Liane, auch wenn sich die Wege unserer kleinen Reisignester nur sporadisch kreuzten, bin ich sehr dankbar für diese kurzen Momente. Auch wenn es nicht immer gleich ersichtlich ist, jede Bekanntschaft und jedes Lächeln ist wie eine Brücke in stürmischen Fluten. Danke, dass ich Dich kennenlernen durfte.

Torsten





Liebe Frau Bahler, liebe Familienangehörige,

ich möchte Ihnen sagen, dass Ihre " Seite" zum Andenken an Ihre Tochter, Schwester und Enkelin, sehr ans Herz geht und sehr deutlich macht wie sehr Sie geliebt wurde und wird.
Man bekommt erst dann mit, wie wichtig es ist, jede Minute, ja jede Sekunde mit seinen Lieben zu genießen.
Sie war bestimmt ein großartiger Mensch !!!

Ich wünsche Ihnen allen, viel, viel Kraft und Stärke.

Es grüßt Sie herzlich mit Umarmung
Ihre Schwester Yvonne ( Praxis Dr. Wagner)


Liebe Frau Bahler, liebe Familie!

Ich möchte Ihnen mein herzlichstes Beileid aussprechen. Ich wünsche Ihnen die notwendige Kraft und Stärke diese schwere Zeit zu überstehen!

Ich habe Liane und Sie leider nur kurz kennen lernen dürfen, ich denke es war im Jahr 1996/1997 beim Radsport. Auch ich bin damals aktiv im Radsport unterwegs gewesen und wir durften uns dadurch kennen lernen. Ich weiß nicht ob Sie sich noch an uns erinnern können. Meistens war ich mit meinen Daddy Jürgen Krewett bei den Rennen, wir haben uns gemeinsam Warmgefahren und waren am Abend vor dem Rennen etwas zusammen essen – schon merkwürdig an welche Kleinigkeiten man sich manchmal erinnern kann…. Leider ist auch mein Paps schon Voraus gegangen, er starb am 17. Dezember 2001 an Krebs, kurz nach dem schrecklichen Unfalltod meines Bruder im September zuvor. Dadurch kann ich nachvollziehen welche schwere Zeit Sie erleben müssen.

Ich sende Ihnen im Folgenden noch einen kleinen Brief zu, diesen „Brief aus dem Himmel“ habe ich auch meiner Mama geschenkt, er hat Sie sehr gerührt aber Ihr auch sehr geholfen!

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Glaube für Ihren Weg – Hannah Krumpen



Gedanken

in der Zwischenzeit ist fast ein halbes Jahr vergangen, aber in meinen Gedanken, in meinem Herzen ist Liane geblieben. Viele Bilder der Erinnerungen, viele Kontakte mit Fahrerinnen oder auch Betreuer rütteln immer wieder auf und lassen das Unfassbare Reveue passieren. Ja, es ist sehr traurig, aber es geht weiter, es muß weiter gehen und ich wünsche dir die Kraft es mit deinen Familien in den nächsten Monaten und Jahren zu verarbeiten und ihr freundliches Wesen, Ihren wunderbaren Charakter im Focus euerer Liebe zu haben.

So nun wünsche ich euch ein friedliches, besinnliches und stressfreies Weihnachten.

Ich drücke und umarme euch ganz fest. Meine Energie wird euch berühren und euch ein wenig Trost spenden.

Ganz liebe Grüße

Euer Walter Rotter


Am 09.12.2007 war nun unsere Taufe. Für Mutti, Torsten und mich war dieser Tag sehr emotional. Wir danken Pfarrer Rambow für die lieben Worte, die er für uns fand und die liebevolle Hingabe mit der er die Taufe vollzogen hat. Wir wissen, dass wir nicht alleine sind, denn...

Was ist glauben?

Glauben ist, zu wissen das jeder Tag ein neuer Anfang ist,
darauf zu vertrauen, dass Wunder geschehen können,
und dass Träume wirklich wahr werden.

Glauben ist, zu sehen wie Engel unter den Wolken tanzen.
Das Wunder eines Sternenhimmels zu erkennen,
und die Weisheit vom Mann im Mond.

Glauben ist, den Wert eines ernährenden Herzens zu erkennen.
Die Unschuld in den Augen eines Kindes
und die Schönheit einer alternden Hand
durch die wir gelernt haben zu lieben.

Glauben ist, die Stärke zu finden,
und den Mut der in uns liegt
wenn es Zeit ist, die Stücke aufzuheben und wieder anzufangen.

Glauben ist, zu wissen dass wir nicht alleine sind,
dass das Leben ein Geschenk ist und es an uns ist, es zu schätzen.

Glauben ist, zu wissen dass es wundervolle Überraschungen gibt
die nur darauf warten zu geschehen,
und alle unsere Hoffnungen und Träume erreichen.

Wenn wir nur glauben.

In Liebe, Katja


Himmlische Grüße

Liebe Liane,

Du weißt garnicht, wie oft ich an dich denken muß..................................... Ich schaue so oft in den Himmel und sehe dich auf einer Wolke sitzen. Da ich dich immer lächelnd sehe, weiß ich, dass es dir gut geht !

Du bist mein Engel........................

In Liebe Jane


Liebe Liane,

jetzt ist Weihnachten…aber es ist nicht wie immer, irgendetwas fehlt, nein nicht irgendetwas- sondern du fehlst! Jetzt ist es schon einige Zeit her seit deinem Tod, aber es kommt mir vor wie gestern. Auch wenn ich es für kurze Zeit immer ausblenden kann, spätestens abends im Bett muss ich an dich denken.

Besonders seit dem 13.10.2007 habe ich noch eine andere Beziehung zu dir bekommen- ich durfte deine Familie kennen lernen und es war ein sehr sehr beeindruckendes Treffen.

Liane, ich kann dir sagen du kannst stolz seine auf Mama und deine Schwester- sie sind ganz ganz tolle Menschen und ich bin froh, auch wenn die Umstände die unglücklichsten waren die man sich vorstellen kann, dass ich sie getroffen habe.

Am Donnerstag fliege ich ins Trainingslager nach Mallorca- ich wünschte ich könnte dich dort treffen und meine Kilometer mit dir zusammen fahren.

Liane, es wird kein ganz „normales“ Weihnachten sein- ich wünsche deiner Familie ganz viel Kraft die Feiertag zu überstehen und ein bisschen positiver gestimmt in ein hoffentlich besser verlaufendes Jahr zu starten.

Man kann immer sagen „ ich werde dich nicht vergessen“- bis heute kann ich dir sagen, ich habe dich nicht vergessen, ich muss ziemlich oft an dich denken und du fehlst mir- auch wenn wir uns nicht ewig kannten, die Stunden die wir zusammen verbringen durften waren einfach zu schön um dich zu vergessen.

In Gedanken bin ich in den nächsten Tagen bei dir und deiner Familie………

Ich hoffe die Engelchen werden dich reich beschenken- doch der Tod ist unwiederrufbar..daran sollten wir in unserem selbstgemachten Weihnachtsstress immer denken und uns auf das wesentliche, das Fest der Familie und der Nächstenliebe besinnen

Liebe Liane, ich wünsche dir frohe Weihnachten

Bis bald

Gina


Liebe Familie Bahler,
Ich las einmal, dass kein Leben endet ohne seine Erfüllung gefunden zu haben. Das gab mir Trost. Den großen Plan und den Sinn unseres Lebens durchschaut wohl kaum jemand hier auf Erden.
Wir können nur lernen zu vertrauen und zu akzeptieren.
Mein aufrichtiges Mitgefühl für Ihren Leidensweg, verbunden mit der Hoffnung auf Trost und Hilfe möchte ich Ihnen zum Jahresausklang ausdrücken.
Das Jahr 2007 war "Elisabeth von Thüringen " gewidmet, auch sie verlor ihren Mann sehr jung in den Kreuzzügen.
Text aus unserem Elisabeth-Singspiel:

Sie reichen einander die Hand und ihr Leben,
doch ihnen ist nicht viel Zeit gegeben.

Sie sind verbunden mit der Quelle des Lebens,
so sind kein Tag und keine Nacht vergebens.

Ein Fels in der Brandung besteht tausende Zeiten.
Der Traum vom Leben

setzt sich fort in Ewigkeiten !!!

Mit besten Wünschen für das Jahr 2008 für Ihre Familie.

Andrea Haberland


22.01.2008

Dieser Tag gehört zu den schwersten in meinem Leben, man kann ihn nicht beschreiben, nicht in Gefühlen ausdrücken........... Man kann nur schreien,schreien........ beten, rufen..... Schreien !!!

Die ganze Familie ist zusammengerückt, viele Freunde und Freundinnen von Liane sowie der Familie haben uns besucht. Gemeinsam uns fest an den Händen haltend, waren wir bei dir mein Kind.


20.03.2008

Meine Gedanken an diesem Tag gehen zurück in das vergangene Jahr, als du mir etwas schüchtern und verlegen zum 22. gratuliertest. Wie schnell vegeht so ein Jahr und was passierte in den vielen Sekunden des letzten Jahres........................... Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denke und der Schmerz über deinen Verlust läßt nicht nach, läßt nicht nach.......................

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Ich liebe Dich !

Dein Bruder Thomas


Ostern 2008

Liebe Bettina, liebe Katja, lieber Thomas,lieber Marcel,

Ich schicke Euch heute ein kleines Album und möchte euch damit eine kleine Freude machen. Ihr alle habt mich sehr,sehr beeindruckt. Ich habe hier auch ein Stück Trauer von mir verarbeitet und möchte Liane damit auch ein kleines Denkmal setzen. Jede Seite zeigt einen kleinen Teil des Lebens von Liane, den ich zum Teil auch mit erleben durfte. Ich hoffe sehr, dass Ihr eines Tages wieder glücklich sein könnt. Liane wird das bestimmt auch wollen, sie wird uns immer zugucken. Ich würde mich freuen, Euch alle bald wiederzusehen. Ich wünsche Euch frohe Ostern, es ist das Fest der "Wiederauferstehung", lasst es uns auch so sehen!

Ganz liebe Grüße aus Köln
Gina

Auszug aus dem Album von Gina:

Liebe Liane,
In diesem kleinen Album habe ich einen Teil Deines Lebens versucht abzubilden. Natürlich steht da an erster Stelle Deine Familie und Dein Freund Marcel, mit dem Du so glücklich sein konntest. Aber es gab in Deinem Leben, genauso wie in meinem, den Radsport! Einen Sport, den man lieben muß, um ihn so auszuführen, wie Du und ich! Natürlich gibt es mehr im Leben, als den Sport, aber er spielte in Deinem Leben eine so zentrale Rolle, dass man immer, wenn man von Dir spricht, automatisch beim Radsport landet. Du bist und warst ein grandioser Kämpfer, immer das Risiko suchend, stets bemüht, Deine Mannschaft zu unterstützen, Du scheutest keine Mühen, Dich für Dein Team aufzuopfern, warst ein Begriff in jedem Fahrerfeld und auch heute bist Du nicht vergessen. Ich durfte Dich kennenlernen - darauf bin ich sehr stolz ! Du warst und bist mir ein Vorbild! Du bist oft gefallen und noch viel öfter aufgestanden. Aufgeben - das zählte bei Dir nicht ! Du kamst auch nach großen Rückschlägen wieder , dies ist echt bewundernwert! Trotz Deiner zahllosen Erfolgen bist Du immer auf dem Boden geblieben, nie eingebildet gewesen - im Gegenteil - Du warst oft zurückhaltend und hattest ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Mit Dir konnte man lachen, weinen und sich freuen - nichts war zu spüren von irgendwelchen Starallüren! Du hast es geschafft, mich bei meiner ersten Rundfahrt ins Ziel zu bringen, ohne Dich wäre ich in Dromè ganz bestimmt nie angekommen. Dein schrecklicher Unfall hat schmerzlich gezeigt, dass wir jeden Tag in unserem Leben auch leben sollen, dass es mehr als Konkurrenzkampf geben muß und dass wir dankbar für jeden Tag sein sollen, den wir mit lieben Mitmenschen verbringen dürfen.

Liane, ich hätte so gern viel,viel mehr Zeit mit Dir verbracht, ich vermisse Dich und werde Dich auch immer vermissen! Du hast eine tolle Familie, auf die Du stoz sein kannst! Eines Tages werden wir uns wiedersehen - davon bin ich überzeugt !

Bis bald - Gina

JEMAND

hat mir zugelächelt
mir Mut gemacht
mir zugehört
mich um Rat gefragt
mir liebevoll auf die Schulter geklopft
sich von mir führen lassen
mir Vertrauen geschenkt
mir die Hand gereicht
mir Blumen gebracht
mir die Sterne gezeigt
mir übers Haar gestrichen
mich an sein Herz gedrückt
mich ernst genommen

Jemand

LIANE

hat sich als Mensch bewährt.

Köln, im März 2008
Gina Haatz


20.05.2008

Heute beendet Thomas seine Arbeit in Pfaffenhofen. Sein letzte Arbeitstag an der Ilmtal-Klinik fiel ihm sehr schwer! Verläßt er doch liebe Kollegen, herzliche Freunde und das Arbeitsfeld, wo er aus den Kinderschuhen geschlüpft und sich viel Wissen angeeignet hat.
Es begleiten ihn an diesem Tag Wehmut, aber auch Freude und Motivation für neue Ziele und Aufgaben. Glücklich ist er, weil er endlich wieder im Kreise der Familie wohnen und leben kann, weil uns Liane so sehr fehlt und wir doch gemeinsam den Schmerz besser verarbeiten können, wie weit weg voneinander jeder für sich. Sein erster Beweggrund war an unserer Seite zu stehen!
Ab 01.06. wird er nun am Helios-Klinikum in Gotha arbeiten, in der Stadt in der wir usere kleine Familie gründeten und viele Jahre lebten.
Liane, wenn Du das wüßtest...... Wie oft hast auch Du Dich nach Deinen Bruder gesehnt!
Jetzt ist er zurück! Für uns alle!


Liebe Liane!

Wie schnell die Zeit vergeht. Bald ist es schon ein Jahr her... Immer wieder kommen Erinnerungen hoch. Die schönen wie auch schwierigeren Momente, die wir zusammen erlebt haben. Und mit den Erinnerungen kommt der Schmerz über deinen Verlust und nimmt mir die Luft zum Atmen. Mittlerweile versuche ich gar nicht mehr es zu verstehen. Ich habe akzeptiert, dass es unfassbar ist. Du fehlst mir so sehr.

Wie gern hätte ich meine Freude mit dir geteilt, als ich dieses Jahr zum ersten Mal bei einer WM auf dem Treppchen stand. Meine Gedanken waren bei dir. Wie gerne würde ich wieder mit dir am Start stehen, rumalbern und lachen. In meinen Gedanken habe ich dich immer dabei.
Bald kommt die Deutsche Meisterschaft. Letztes Jahr habe ich dich da zum letzten Mal gesehen. Da wird mir bewusst, dass die Welt sich seit deinem Unfall einfach weitergedreht hat.

Ich hoffe du hast es gut, wo auch immer du bist und schaust uns mit einem Lächeln zu.

Ich vermisse dich!

Alles Liebe!

Alex


Liebe Bettina und Familie,

in Gedanken bin ich heute bei euch. Ein Jahr ist eure Liane nun schon nicht mehr bei euch und doch ist sie so nah. Eure Hompage für Liane ist so liebevoll und wunderschön und sicherlich habt ihr noch viele andere Orte der Erinnerungen. Erinnerungen sind so wichtig, denn auch mit ihnen wird dieser unendliche Schmerz auszuhalten sein. Heute werden euch so viele Dinge durch den Kopf und durchs Herz gehen. Habt Kraft und Mut es zu zu lassen und auch gleichzeitig Kraft und Mut weiter zu gehen und nicht zu zerbrechen an diesen Schmerzen.
Auch bei uns brennt heut ein Licht für eure Liane...

Auch die dunkelste Nacht hat Sterne

In herzlicher Verbundenheit
Claudia Tischer


An meine liebe Liane,

Bald nähert sich dein erster Todestag. Todestag...was für ein Wort, es löst Unbehagen aus und ist irgendwie nicht real. Ein Wort, das man einfach nicht gern in den Mund nimmt, das man lieber nicht kennen will. Es bedeutet auch, das dein Unfall nun schon eine große Weile her ist. Denn was ist ein Jahr in einem Menschenleben....sehr, sehr viel. Ein Jahr ist unglaublich viel Zeit. Zeit zu fühlen, zu lernen, zu staunen, zu genießen aber auch zu leiden. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben so leiden müssen. So viele Gedanken habe ich mir gemacht über die Welt, den Menschen, das Dasein. Und so eigenartig das klingt, habe ich Kraft und Zuversicht dazu gewonnen. Die Einsicht, die unbedingte Vorraussetzung die ein Mensch entwickeln sollte in seinem Leben, es zu genießen, es auszukosten. Vielleicht, nein unbedingt ist das ein Sinn des Lebens, zu realisieren dass es das Einzige ist, dass man nicht noch mal so ein Leben geschenkt bekommt. Zu der tiefen Trauer, die mich mein Leben lang begleiten wird, ist eine Art Energiequelle dazugekommen. Man könnte meinen ein Teil deiner Energie ist so in mich übergangen. Eine wunderschöne Vorstellung.
Dieses lange Jahr habe ich neue Farben gesehen, habe an Mitgefühl dazu gewonnen, sehe die Menschen um mich herum in einem anderen Licht. Ich bin durch dich ein besserer Mensch geworden. Durch dich!
Und immer noch lerne ich dich kennen, das ist als wärst du nie fortgegangen. Immer neue Geschichten erzählt mir Bettina von dir und manchmal in einer Weise, in der eine Mutter vom Kind erzählt, das niemals weg war. Sie ist ein starker Mensch, in meinen Augen der stärkste Mensch in diesem Jahr gewesen. Ich lese dein Buch „die Magie der Gefühle“, es sieht schon sehr mitgenommen aus. Du hattest es mit auf deinen Reisen und hast versucht damit zu lernen, dich anderen Menschen besser zu öffnen. Zu anderen Menschen Beziehungen aufzubauen, sich ihnen zu nähern, zu öffnen bedeutet genießen. Das macht dich so unglaublich sympathisch. Doch warst du ein Mensch der in die Zukunft gedacht hat, meiner heutigen Meinung nach noch zu oft in die Zukunft gedacht hat. Das war sicher deinem Ehrgeiz geschuldet und dieses Opfer hast du auch leidenschaftlich gern dem Sport gebracht. Nur öfter mal für den Moment zu leben, das hätte ich dir von Herzen gegönnt. Das sage ich von der Liane die ich kenne. So richtig in dich hineinschauen konnte/ kann nur deine Mutter. Ich weiß nur, das du einer der gefühlvollsten Menschen warst die ich je kennen gelernt habe. Auf keinen Fall offensichtlich, oh nein du nicht. Aber im Vertrauten, im Herzen, ganz tief in dir drin war ein Meer von Gefühlen und Gedanken. Was ich damit sagen will, ist, dass du gelebt hast. Du hast gelebt. Auch wenn du es nach außen noch nicht zeigen konntest. Das tröstet mich, wenn auch nur ein kleinwenig und das soll auch alle Andern ein wenig trösten.
Wenn ich in ganz stillen Momenten an dich denke, dann weine ich auch noch sehr oft. Nicht mal mehr aus purer Verzweiflung. Eher aus dem überlaufenden Gefühl der Verbundenheit zu dir, Liane und auch zu dir, Bettina. Vor lauter Mitgefühl weine ich und immer noch aus tiefer Trauer.

An Bettina, Katja, Thomas, Marcel, Micha und Torsten: Ein Jeder lernt für sich aus solchen Unglücken und man lernt am nachhaltigsten aus einem gebrochenem Herzen. Was wir alle daraus gelernt haben, ist, dass das Leben ein Geschenk ist. Und die Menschen, die einem lieb sind ebenso. Das Familie ein Netz ist, das eng verwoben sein soll. Und genau das dürft ihr nicht vergessen. Diese unbedingte Einsicht hat euch Liane zu ihrem letzten Geschenk gemacht. Haltet es in Ehren und denkt jeden einzelnen Tag daran.

In ewigen Gedanken, Nina



An mein kleines Schwesterherz!

EIN JAHR!

Ein Jahr ist es jetzt her und ich habe das Gefühl, dass es vor kurzen erst passiert ist.

EIN JAHR!

Ein Jahr voller Trauer und Schmerz und nach wie vor weiß ich nicht, wie ich das alles bewältigen und verkraften soll.

Ich stehe an deinem Grab und ich fühle nur unendliche Leere. Kein Tag vergeht, ohne an dich zu denken. Jetzt bereue ich es, dass wir uns immer nur selten gesehen haben, aber das ging nun mal nicht anders. Durch deinen Sport, den du geliebt und gelebt hast, warst du oft auf Reisen. Jetzt machst du eine längere Reise, bis wir uns endlich wieder sehen und uns in die Arme nehmen können.

Wie sehr würde ich dich in den Arm nehmen und durch dein blondes, lockiges Haar streicheln. Doch dies bleibt mir verwehrt. Was ist mir von dir geblieben? Bilder, Erinnerungen und ein Paar SMS, mehr nicht! Wie gerne würde ich dich fragen, wie es dir geht, was du fühlst und dich bewegt und dann würde ich dich einfach in den Arm nehmen und mit dir lachen!

Verstehen kann ich das alles nicht, aber akzeptieren kann ich es auch noch nicht. Viele Bilder sind in meinen Kopf, Bilder, die man nicht so leicht vergessen kann. Mit diesen Bildern schlafe ich ein und wache ich auf. Sie werden mich ein Leben lang begleiten!

Du fehlst mir so sehr und am liebsten würde ich meinen Schmerz raus schreien, damit ich wieder Luft holen kann.

Ich liebe und vermisse dich!

Dein großes Schwesterherz!



Liebe Liane,

Ich bin kein großer Redner, geschweige denn ein guter Schreiber, aber dennoch möchte ich Dir ein paar Zeilen in unser Buch zur ewigen Erinnerung schreiben.
1 Jahr, ein ganzes qualvolles langes Jahr bist Du schon nicht mehr bei uns.......
Ich höre immer noch das Klicken Deiner Radschuhe, das Trippeln auf dem Weg zur Haustür, wenn Du vom Training kamst......
Es ist so schwer ohne Dich und Du fehlst uns so sehr, es zerreißt auch mir fast das Herz.............

Liane bitte, wenn Du mich hörst, gib mir die Kraft, mein Mäuschen zu trösten, ich liebe Mama und sie braucht uns so sehr...........

Immer, wenn ich Deinen Hubschrauber, den Du mir kurz vor den schrecklichen Tag geschenkt hattest, fliegen lasse, bin ich immer ganz nah bei Dir und spreche mit Dir....... Danke dafür............!

Du fehlst uns, in Liebe und Trauer

Micha


Liebe Besucher,liebe Leser und liebe Autoren unserer Website,

ich möchte mich auch im Namen unserer gesamten Familie für das Interesse, die Anteilnahme, das Mitgefühl, die trostreichen Worte und die lieben herzlichen Eintragungen bedanken.
Ein ganzes Jahr liegt nun nach diesem schrecklichen Tag. Ein Jahr voller Trauer, Erinnerungen,Sehnsucht und endloser Tränen! Ein Jahr, in dem es nicht einen Tag, nicht eine Stunde gab, in der ich nicht an Liane gedacht habe! Ein Jahr mit irrsinniger Suche nach etwas Kraft, nach ein wenig Hoffnung, nach Motivation!
Ein Jahr mit kleinen Schritten nach oben, um dann wieder abgrundtief zu fallen.Ein Jahr mit Verzweiflung und Nichtverstehen. Ein ganzes langes Jahr......
Heute denke ich, es war doch erst gestern, so nah und so wahnsinnig ist der Schmerz, daß ich heute noch schreie: "Nein!"
Auf diesen schmerzlichen steinigen Weg habe ich viele liebe Menschen zur Seite gehabt, die mich trösteten, stützten und die einfach für uns da waren,Mitmenschen, die ich kannte, meine Kollegen,Freunde, Verwandte und Dorfbewohner.
Liane schenkte mir wunderbar warmherzige Menschen, wie Nina, Gina und Robin, die durch ihr Verständnis, ihr Mitgefühl und ihre Liebe es schafften, mir wieder etwas Lebensmut und Energie zu geben.
Oft, wenn meine Gedanken schmerzlich und sehnsüchtig um Liane schweifen, denke ich an ihre ungeheure Ausdauer, an ihre starke Energie und den immensen Kraftaufwand, welchen sie für ihren Sport aufbrachte, die Liebe und Begeisterung mit der sie diesen Sport betrieb. Manchmal denke ich dabei, jetzt möchte sie mir ein Stück davon geben und ich spüre, daß sie will, daß ich wieder vorwärts gehe und nicht stehen bleibe!
Es gelingt mir mehr und mehr ihre Energie und ihren Ehrgeiz zu nutzen, weil ich glaube, daß sie es so wollte.Mit Gottes Hilfe hoffe ich, daß ihre Kraft und ihr Wille eines Tages meine dunklen Stunden und den tiefen Schmerz besiegt und ich mit den Gedanken an Liane den Alltag wieder bestreiten kann.
Ich bedanke mich nochmals bei allen, die mich auf diesen schweren Weg begleiteten, besonders auch bei Pfarrer Rambow und bei denen, die noch gemeinsam mit mir gehen werden.

Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren!

Johann Wolfgang von Goethe

Bettina Bahler


Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? (...)
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muß man leben.

aus dem Gedicht “Memento“ der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975)

Heute, am ersten Jahrestag des Todes von Liane, wird das “Buch der Erinnerungen“ für weitere Einträge geschlossen. Mit ihrem Tod zu leben, bleibt eine Lebensaufgabe für die Verwandten, Freundinnen und Freunde. Alle, die durch die Trauer um Liane verbunden sind, haben auf dem Weg durch dieses zurückliegende Jahr die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht; und bis heute erleben Sie manchmal innerhalb weniger Stunden, während eines Tages oder einer Nacht, das Auf und Ab von Trauer und Trost, ein Durcheinander der Gefühle und große Leere, Ruhe und tiefen Frieden. Manchmal ist der Schmerz der Trennung noch ganz frisch, aber es gibt auch die Erfahrung, dass er überwunden wird, verwandelt in Dankbarkeit und neue Zuwendung zum Leben.

“Mit dem Tod der andern muß man leben,“ sagt Mascha Kaléko. Das gelingt, wie Sie aus der Erfahrung dieses Jahres wissen, immer nur ein Stück. Und dabei wird es auch bleiben. Denn dies hat das Leben überhaupt so an sich: dass es uns immer nur ein Stück gelingt! Auch im Glück und im “normalen Alltag“, auch in der Sorge füreinander und im Erfolg - immer sind wir dabei, das Leben zu lernen. Keiner kennt das Leben ganz! Keiner lebt das Leben perfekt! Wir sind lebendig, solange unser Leben ein Lebenlernen bleibt.

Das “Buch der Erinnerungen“ ist wie ein Tagebuch aus der Bibliothek des Lebens. Die Einträge geben Einblick in Trauerund Trost-Erfahrung der Verfasserinnen und Verfasser. Sie sind zugleich in vielen Fällen auch zu einer kräftigen Quelle geworden, aus der andere wiederum frische Kraft schöpfen konnten: Kraft, die eigene Traurigkeit und eigene Lebens-Fragen wahrzunehmen und auszusprechen. Einige Beiträge sprechen aus, dass in unserer heutigen Zeit auch das Trauern eine Mut- Probe sein kann: Eigentlich soll man heute immer fit und gut drauf sein, mit erhobenem Kopf und strahlendem Lächeln durchs Leben gehen. Wer wagt es, andere um Nachsicht und Beistand zu bitten? Wie es Kraft kostet, Trauer zu akzeptieren und zu leben, so bedeutet es auch eine Kraftanstrengung, Gewesenes und Geschehenes wirklich hinter sich zu lassen. Es kostet Kraft, sich selbst und anderen zu erlauben, dass man nicht mehr immer traurig ist. Dass man nicht mehr täglich an das schlimme Geschehen denkt. Bis man nicht mehr täglich im Abschied lebt oder den geschehenen Abschied verdrängt. Bis man wieder so fröhlich, heiter und ausgelassen sein kann, als gäbe es im Becher des Lebens überhaupt keine Wermutstropfen.

Es ist mit der Trauer-Arbeit so, wie wenn ich in meiner Wohnung einen Schrank neu aufräume. Da liegt erst einmal alles wild herum, weil ich sichten muss. Oder vielleicht ist auch alles durcheinander geraten, weil ein Zwischenboden überlastet war und durchgebrochen ist. Nun muss ich mal hier und da drüber steigen - aber auf die Dauer kann es so nicht bleiben, dass mir immer alles vor den Füßen herumliegt. Nach und nach sortiere ich wieder ein. Manches findet einen neuen Platz. Manches ist auch nicht mehr wichtig und nützlich, ich trenne mich und verschaffe meinem Schrank und mir selbst Erleichterung. Es gibt Raum für Sachen, die ich neu aufnehmen und ansammeln werde. Zu guter Letzt haben meine (Lebens-)Inhalte einen guten Platz. Sie sind alle da, aber sie liegen mir nicht immer vor den Füßen herum. Sie gehören zu mir, in meine Wohnung, in mein Leben. Aber nicht als Mittelpunkt, als Hauptthema, als tägliche Stolperstelle. Manchmal mache ich die Türen auf und sehe mir alles an. Manchmal zeige ich einem anderen, was da alles vorkommt und beieinander steht in meinem Leben. Das ist oftmals schön, ab und zu auch etwas melancholisch oder traurig. Aber es ist gut so: Die Dinge sind und bleiben da, bei mir, aber ich kann sie auch wegstellen und die Tür zumachen. Vielleicht hat der Schrank sogar Türen aus Glas. Dann sind die Sachen, vielleicht Bücher oder schönes Geschirr, immer sichtbar. Aber ich nehme sie nicht jeden Tag zur Hand, nehme sie mir nicht jeden Tag zu Herzen. Ja, das ist gut und wichtig, es kostet aber auch wirklich Kraft, zum Beispiel einen Schmerz so an den richtigen Platz im Leben zu bringen.

Das “Buch der Erinnerungen“ kann ein Stück dazu beitragen, dass die Trauer um Liane den richtigen Platz findet im Leben der Menschen, denen sie nahe war und nahe bleibt. Allen, die die Erinnerung an Liane in ihrem Leben lebendig halten wollen, wünsche ich von Herzen, dass ihnen dieses Buch eine doppelte Quelle der Kraft ist und bleibt: Kraft zu bejahen, dass Trauer und Schmerz, Abschied und Sterben zum Leben dazugehören, und Kraft, aus der Trauer aufzubrechen, mutig und fröhlich zu leben.

Vielleicht hat aber jemand aus dem Kreis der Menschen, die Liane nahestanden, die Sorge, das Gedenken an sie dürfte nicht schwächer oder seltener werden? Wir müssten dafür Sorge tragen, dass Liane uns nahe, immer gegenwärtig bleibt? Dass es für Liane nach dem durch einen tragischen Unfall viel zu früh beendeten irdischen Leben ein bleibendes ewiges Leben geben kann - das hinge von unserem Gedenken ab?

Hier ist noch einmal Kraft nötig, die Kraft, Abschied zu nehmen: Abschied zu nehmen von dem Gedanken, es könnte jemand ewig leben durch das Gedenken von Menschen. Wir alle sind sterblich. Die uns in Erinnerung behalten, sterben auch. Ich weiß: Eines Tages gibt es auf dieser Erde gar niemand mehr, der mich gekannt hat und mich in seiner Erinnerung weiterleben lässt.

Der christliche Glaube sagt: Nur im Gedächtnis Gottes bleiben wir für immer aufbewahrt. Er vergisst keinen, niemals. Selbst wenn jemand in gar keiner Erinnerung von Menschen weiterlebt, lebt er oder sie weiter: im Gedenken und im Herzen Gottes. Darum haben wir beim Trauergottesdienst für Liane am 14.07.2007 auf das Bibelwort gehört: “Gott, unsere Augen sehen nach dir“ (2. Chronik 20,12b). Darum hoffen wir trotz unserer eigenen Vergänglichkeit auf ewiges Leben für Liane - sie ist ja nicht nur in unserer Erinnerung aufgehoben. Darum dürfen wir für uns selbst darauf hoffen, dass am Ende unseres Weges nicht das Nichts steht, und dass wir nicht nur im Gedenken von Menschen aufgehoben sein werden. Das ist die Antwort auf Mascha Kalékos Frage: “Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?“ Ich weiß, dass in Gottes Gedenken alle aufgehoben bleiben, Liane und mit ihr auch eine jede und ein jeder von uns.

Pfarrer Martin Rambow